Perspektivwechel

Auseinandersetzungen und Stress durch
PERSPEKTIVWECHSEL vermeiden…

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Stressige Momente und Auseinandersetzungen entstehen häufig indem wir
NICHT WAHRNEHMEN,
dass jeder einzelne von uns Dinge und Ereignisse auf (s)eine ganz individuelle Art und Weise wahrnimmt. Haben wir das Gefühl und gehen davon aus, dass unser Gegenüber eine Situation oder ein Ereignis aus der gleichen Perspektive betrachtet wie wir selbst, kann das schnell zu Frustrationen führen, da wir daraufhin oft davon ausgehen, einem ähnlichen Impuls und ähnlichen Vorstellungen zu folgen. Aus der Wahrnehmung und dem Glauben heraus Dinge aus der gleichen Perspektive zu betrachten, entsteht in vielen Situationen häufig ein Gefühl von…aneinander vorbei reden, nicht verstanden zu werden bzw. den anderen nicht zu verstehen, obwohl aus der Perspektive des jeweils Einzelnen alles glasklar und plausibel…und nur der andere „begriffsstutzig“ erscheint

😉

Unverständnis, Frustration, Wut oder auch Enttäuschung entstehen dann auf allen Seiten

PERSPEKTIVWECHSEL

Nicht wahrgenommene unterschiedliche Perspektiven können also zuUnverständnis, Disharmonie, Streit, Dominanz oder auch Stress führen.

EIN KLEINES BEISPIEL

Der Papa ist mit seinem Kind auf dem Weg zur Kindertagesstätte. Er ist spät dran, denn er hat gleich noch einen wichtigen Termin. Mit seinen Gedanken ist er voll und ganz damit beschäftigt, das Kind so schnell wie möglich in die Kindertagesstätte zu bringen, um den Kopf frei zu haben.
Sein Kind, welches Hunde liebt und den Nachbarshund entdeckt, bleibt jedoch stehen und lässt sich nicht zum Weitergehen bewegen.

Es taucht ganz ein in seine Welt, bleibt hartnäckig und lässt sich nicht davon überzeugen diesen Moment zu verlassen.

Zunächst versucht es der Papa freundlich…Komm bitte weiter. Dann versucht er es mit Erklärungen, denn normalerweise reagiert sein Kind verständnisvoll auf seine Erklärungen.
In diesem Moment jedoch schenkt es seine ganze Aufmerksamkeit und Freude dem Hund und achtet überhaupt nicht auf die Aussagen und Erklärungen des Papas.

Das Kind ist in diesem Moment in seiner ganz eigenen Welt, im Hundeglück und mit seiner ganzen Wahrnehmung einzig und allein in diesem glücklich machenden Gefühl.

Der Vater ist zunehmend frustriert und wird ungeduldiger, besonders deshalb, weil er weiß, dass das Kind an anderer Stelle durchaus schon in der Lage ist, Erklärungen zu verstehen und auch entsprechend zu reagieren.
Doch diesmal lässt es sich selbst durch liebe Worte, Freundlichkeit und später auch die zunehmende Dominanz und Lautstärke des Vaters nicht aus dieser Welt reißen.

Die Situation endet schließlich auf die Art und Weise,
dass der Vater das Kind fest an die Hand nimmt, es gegen seinen Willen aus der Situation zieht und zur Kindertagesstätte bringt. Aus seiner Sicht hat er zuvor alles getan, um auf liebevolle Art und Weise aus der Situation herauszukommen,
doch…das Kind hatte ja kein Verständnis gezeigt…. war aus seiner Sicht einfach nur bockig.

Der Vater blieb in dieser Situation auf der Verstandes-Ebene und hat die Situation einzig und allein aus seiner Perspektive heraus betrachtet.

Das Kind wiederum hatte in diesem Moment der Freude keinen Zugang zu einem Verständnis aus der Erwachsenenperspektive heraus,
denn es selbst fühlte einfach nur den glücklichen Moment der Gegenwart.

Das sein Sträuben und auch Weinen nicht geholfen hat und der Vater letztendlich sogar mit Dominanz reagierte,
macht es traurig, hilflos, unsicher oder auch wütend.

WAS WÄRE HILFREICH?

Hilfreich wäre es gewesen, wenn der Vater wahrgenommen hätte, dass es ihm leichter gelingen kann die Situation zu ändern, indem er zunächst einmal die Perspektive seines Kindes einnimmt.

Sieht er sich selbst in der Rolle des Kindes, welches in diesem Moment einzig und allein den Wunsch verspürt, um jeden Preis noch ein bisschen länger bei dem Hund zu bleiben,
gelingt es ihm sicherlich auch viel leichter und ehrlicher,
die richtigen Worte und somit den Zugang zum Kind zu finden.
Worte wie: “ ach ich kann dich so gut verstehen, der Hund ist wirklich so niedlich, ich kann verstehen, dass du gerne noch bleiben möchtest um ihn zu streicheln. Aber Papa muss pünktlich bei der Arbeit sein und deshalb müssen wir jetzt weitergehen, auch wenn ich weiß, dass du gerne noch bleiben würdest.
Am Nachmittag können wir ja noch einmal nach ihm schauen oder vielleicht können wir ja sogar einmal bei seinen Besitzern klingeln.“

Auf diese Art und Weise hätte er sich in die Perspektive des Kindes hineingefühlt und aus dieser Perspektive heraus dem Kind glaubhaft zu verstehen gegeben, dass er mit ganzem Herzen verstehen kann, dass es selbst noch so gerne in der Situation, also beim Hund, bleiben möchte.

Alleine das Verständnis für das eigene Bedürfnis tut dem Kind gut und ermöglicht ihm eventuell einen ganz anderen Zugang zum Geschehen.
Es fühlt sich nicht ungerecht behandelt, sondern wahrgenommen und verstanden und kann so viel leichter mit der Konsequenz, aus der Situation heraus gehen zu müssen, umgehen.

Indem der Vater einen Perspektivwechsel vollzieht und die Situation aus dem Blickwinkel des Kindes betrachtet, kann sich die Situation für beide Seiten zum Positiven ändern, obwohl die Konsequenz… nämlich das Weitergehen… weiterhin besteht.

Wertschätzung des individuellen Empfindens lässt viel Raum für gegenseitiges Verständnis.

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Fazit: Ganz unabhängig davon, ob man einem Kind oder einem Erwachsenen in bestimmten Situationen oder Ereignissen begegnet ist es unterstützend und hilfreich,
eine mögliche unterschiedliche Perspektive in Betracht zu ziehen,
sich in diese hineinzuversetzen und nicht pauschal davon auszugehen, dass jeder den gleichen Blickwinkel in sich trägt.

Auf diese Weise lässt sich sicherlich so mancher Stress, so manche Auseinandersetzung vermeiden.

© Loubins Way